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| Emile
Durkheim und Max Weber |
| übersetzt
von Seraina Caviezel |
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| Wir
assoziieren Durkheim mit sozialem Tatbestand
und Weber mit Verstehen. Durkheims
Schriften führten zum Funktionalismus, während Webers Schriften zum symbolischen
Interaktionismus führten. |
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| Beide
sind „Väter“ der Soziologie und schrieben hauptsächlich im späten
19. Jahrhundert. |
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| Beide
sprachen sich für ein Studium der Gesellschaft mit wissenschaflicher Methodik
aus und beide forderten von Soziologen, objektiv zu sein (obwohl sie unterschiedliche
Vorstellungen von Objektivität hatten). |
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| Beide
trugen zur soziologischen Theoriebildung bei. Beide kritisierten
Marx, aber auf unterschiedliche Weise. |
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| Der
Hauptunterschied zwischen ihnen war, dass Durkheim den Begriff „sozialer
Tatbestand“ prägte, um zu zeigen, dass Kräfte jenseits von Individuen
existieren, die ihr Verhalten beeinflussen, während Weber meinte, wir
müssen den Sinngehalt verstehen, den die Menschen ihrem Verhalten geben,
um die Gesellschaft erklären zu können. |
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| Der
Ansatz Webers hat sich zu einer modernen soziologischen Theorie entwickelt,
zum symbolischen Interaktionismus. |
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| Durkheims
Studien über Suizid zeigen, wie sich Selbstmordraten zwischen Gruppen
mit unterschiedlichen sozialen Charakteristiken unterscheiden, dass es
aber nicht genug Information gibt, um vorauszusagen, welche Individuen
Selbstmord begehen werden. |
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| Suizidraten
sind durchaus voraussagbar, wenn sie auf bestimmten sozialen Charakteristiken
basieren. Durkheim erklärte dies als „sozialen Tatbestand.“ |
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| Die
Vorstellung, den sozialen Tatbestand außerhalb des Individuums zu sehen,
war Durkheims Beitrag. Siehe Innen oder Aussen? |
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| Im
Gegensatz dazu sehen wir Webers Verstehen als ein „tieferes Verstehen“
(deshalb wird im Englischen an Stelle von „understanding“ ebenfalls
das stärkere deutsche Wort „Verstehen“ verwendet) der Gesellschaft,
die wir alle in uns tragen. |
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| Obwohl
wir diese Unterschiede zunächst als sich gegenseitig ausschließend und
unvereinbar sehen werden, müssen wir die zwei Ansätze, Webers „internen“
Ansatz und Durkheims „externen“ Ansatz, miteinander verflechten. |
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| Die
moderne Soziologie verlangt, dass wir beide als gültig und gleichzeitig
wirkend ansehen. |
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| Weber
hat weitere wichtige Beiträge geleistet, zum Beispiel zum Studium der
Bürokratie sowie der Bedeutung von Wert- und Glaubensvorstellungen für
den sozialen Wandel. |
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| In
ähnlicher Weise hat Durkheim viele Beiträge
geleistet, wie zum Beispiel die Differenzierung zwischen organischer
und mechanischer Solidarität oder die Erklärung von Anomie. |
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| Webers
Studien über die Entstehung des Kapitalismus und seine These, dass dieser
von der Bildung der protestantischen Ethik verursacht wurde, können den
Thesen von Marx gegenübergestellt werden. |
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